Ist Kunstrasen wasserdurchlässig? Alles, was Sie wissen müssen
- 2. Juli 2026
Ja, die meisten hochwertigen Kunstrasenprodukte für den Außenbereich sind wasserdurchlässig. Regen- und Spritzwasser kann durch Öffnungen in der Rückseite des Kunstrasens abfließen. Das ist besonders im Garten, auf dem Balkon und auf der Terrasse wichtig, damit sich möglichst keine Pfützen oder dauerhaft feuchten Stellen bilden. Entscheidend ist jedoch nicht nur der Kunstrasen selbst: Auch der Untergrund muss das Wasser aufnehmen oder zuverlässig zu einem Ablauf weiterleiten können.
Wie funktioniert die Wasserdurchlässigkeit bei Kunstrasen?
Kunstrasen besteht vereinfacht aus zwei Bereichen: dem sichtbaren Flor und dem darunterliegenden Trägermaterial.
Der Flor umfasst die künstlichen Grashalme. Er bestimmt unter anderem die Optik, die Weichheit und das Laufgefühl des Kunstrasens. Für die Wasserableitung ist dagegen vor allem die Rückseite verantwortlich, die häufig auch als Träger oder Backing bezeichnet wird.
Bei wasserdurchlässigem Kunstrasen befinden sich kleine Drainageöffnungen in diesem Trägermaterial. Durch diese Löcher kann Regenwasser von der Oberfläche nach unten gelangen. Bei anderen Systemen wird ein offen aufgebautes oder besonders durchlässiges Trägermaterial verwendet.
Der typische Ablauf sieht folgendermaßen aus:
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Das Regenwasser trifft auf die Kunstrasenfasern.
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Es läuft zwischen den Halmen zur Rückseite.
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Durch die Drainageöffnungen gelangt es unter den Kunstrasen.
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Der Untergrund nimmt das Wasser auf oder leitet es zu einem Ablauf weiter.
Die Wasserdurchlässigkeit des Produkts allein reicht deshalb nicht aus. Liegt ein durchlässiger Kunstrasen beispielsweise auf einer unebenen Betonfläche ohne Gefälle und ohne freien Ablauf, kann sich das Wasser trotzdem darunter sammeln.
Kunstrasen auf dem Balkon: Wasserdurchlässigkeit ist entscheidend
Bei Kunstrasen auf einem Balkon kann Regenwasser nicht einfach im Erdreich versickern. Es muss über das vorhandene Gefälle zu einem Ablauf, einer Rinne oder einer offenen Balkonkante geleitet werden. Ein wasserdurchlässiger Balkonbelag sollte diesen Weg nicht blockieren.
Bleibt Wasser längere Zeit unter dem Kunstrasen stehen, können verschiedene Probleme entstehen:
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unangenehme Gerüche
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Algen- oder Moosbildung auf Ablagerungen
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Schimmel an organischen Verschmutzungen
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Verfärbungen des Untergrunds
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Schäden durch dauerhaft eingeschlossene Feuchtigkeit
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ein erhöhtes Rutschrisiko auf angrenzenden Flächen
Vor der Verlegung sollten Sie deshalb prüfen, ob der Balkonboden ein ausreichendes Gefälle besitzt und ob die Abläufe frei sind. Der Kunstrasen darf Abflussöffnungen, Entwässerungsrinnen und Wartungsbereiche nicht verdecken oder blockieren.
Für einen Balkon eignet sich in der Regel ein Kunstrasen mit folgenden Eigenschaften:
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gelochtes oder offen aufgebautes Trägermaterial
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klare Angabe zur Wasserdurchlässigkeit
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UV- und Witterungsbeständigkeit
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für den Außenbereich geeignete Rückseite
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leicht zu reinigende Fasern
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eine zum Balkon passende Florhöhe
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ausreichend stabiles Material für die geplante Nutzung
Bei einem glatten und ebenen Balkonboden kann zusätzlich eine geeignete Drainagematte sinnvoll sein. Sie schafft einen kleinen Zwischenraum, in dem Wasser seitlich zum Ablauf geführt werden kann. Ob eine solche Unterlage erforderlich ist, hängt vom Boden, Gefälle und Kunstrasentyp ab.
Kunstrasen im Garten: Kein Gießen nötig, aber was passiert bei Regen?
Kunstrasen im Garten muss nicht gegossen werden, da seine Fasern nicht wachsen und kein Wasser zum Überleben benötigen. Regenwasser sollte dennoch schnell und kontrolliert abfließen können.
Bei fachgerecht verlegtem Kunstrasen gelangt das Wasser durch die Drainageöffnungen in den Unterbau. Dort wird es über eine wasserdurchlässige Tragschicht aufgenommen und in den Boden weitergeleitet.
Ein typischer Gartenaufbau kann aus folgenden Schichten bestehen:
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vorbereitetes und tragfähiges Erdreich
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ein geeignetes Trenn- oder Geovlies
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eine verdichtete mineralische Tragschicht
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eine feine Splitt-Ausgleichsschicht
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der wasserdurchlässige Kunstrasen
Ob das Regenwasser gut versickert, hängt stark von den örtlichen Bodenverhältnissen ab. Sandige Böden nehmen Wasser meist schneller auf als stark lehmige oder verdichtete Böden. Bei schwierigen Bodenverhältnissen können zusätzliche Entwässerungsmaßnahmen erforderlich sein.
Kunstrasen verhindert also nicht automatisch Staunässe. Der Kunstrasen selbst kann sehr durchlässig sein, während sich das Wasser auf einer dichten oder falsch aufgebauten Bodenschicht darunter sammelt.
Untergrundvorbereitung für eine gute Drainage im Garten
Ein wasserdurchlässiger Aufbau beginnt bereits bei der Vorbereitung der Fläche. Die folgenden Schritte bieten eine allgemeine Orientierung:
1. Grasnarbe und ungeeigneten Boden entfernen
Entfernen Sie zunächst Naturrasen, Wurzeln, Steine und weiche organische Bodenschichten. Die benötigte Aushubtiefe hängt von der späteren Nutzung, vom Boden und vom geplanten Schichtaufbau ab.
Kunstrasen sollte nicht dauerhaft direkt auf lockeren Mutterboden gelegt werden. Der Boden kann sich setzen und Wasser ungleichmäßig aufnehmen.
2. Untergrund ausrichten
Stellen Sie eine gleichmäßige Fläche her und planen Sie die Entwässerungsrichtung. Je nach Situation kann ein leichtes Gefälle sinnvoll sein, damit Wasser nicht in Richtung Gebäude oder empfindlicher Bauteile läuft.
3. Geovlies verlegen
Ein Geovlies oder Stabilisierungstuch trennt das Erdreich von der mineralischen Tragschicht. Dadurch vermischen sich die Materialien weniger schnell und der Aufbau bleibt stabiler.
Das Vlies sollte faltenfrei verlegt werden. Lassen Sie einzelne Bahnen ausreichend überlappen, damit keine offenen Zwischenräume entstehen.
4. Mineralische Tragschicht einbauen
Bringen Sie eine geeignete, verdichtbare Tragschicht aus Schotter oder einem vergleichbaren Mineralgemisch ein. Diese Schicht sorgt für Stabilität und unterstützt den Wasserabfluss.
Das Material muss gleichmäßig verteilt und fachgerecht verdichtet werden. Eine lose Schicht kann sich später setzen und Mulden bilden.
5. Splitt-Ausgleichsschicht auftragen
Eine dünne Schicht aus feinem Splitt sorgt für eine ebene Oberfläche. Sie wird mit einem Richtscheit sauber abgezogen.
Die Ausgleichsschicht dient nur dem Feinausgleich. Größere Unebenheiten sollten bereits in der Tragschicht korrigiert werden.
6. Kunstrasen auslegen und befestigen
Legen Sie den Kunstrasen faltenfrei aus und richten Sie alle Bahnen in derselben Faserrichtung aus. Befestigen Sie die Ränder und Verbindungen entsprechend der Verlegeanleitung.
Verwenden Sie nur Befestigungsmethoden, die den Wasserablauf nicht unnötig blockieren.
Ein solcher Aufbau kann Staunässe deutlich reduzieren. Eine vollständige Garantie ist jedoch nicht möglich, da auch Bodenart, Niederschlagsmenge, Gefälle und örtliche Entwässerung eine Rolle spielen.
Wasserdurchlässig oder wasserdicht: Was ist der Unterschied?
Wasserdurchlässiger Kunstrasen lässt Regen- und Reinigungswasser durch sein Trägermaterial hindurch. Das Wasser gelangt anschließend in den Gartenunterbau oder wird auf einem festen Boden seitlich abgeleitet.
Wasserdichter Kunstrasen beziehungsweise ein Bodenbelag mit geschlossener Rückseite lässt Wasser nicht oder nur sehr eingeschränkt durch. Das Wasser bleibt auf der Oberfläche und muss von dort zu einem Ablauf geführt werden.
Der Unterschied lässt sich einfach zusammenfassen:
Wasserdurchlässiger Kunstrasen:
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Wasser läuft durch den Belag
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geeignet für viele Garten-, Balkon- und Terrassenflächen
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benötigt einen passenden Untergrund oder freien Ablauf
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reduziert bei richtiger Verlegung die Gefahr von Pfützen auf der Oberfläche
Wasserdichter Belag:
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Wasser bleibt auf der Oberfläche
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benötigt ein sehr gut geplantes Oberflächengefälle
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kann in speziellen Anwendungen sinnvoll sein
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darf nicht mit einer baulichen Dach- oder Balkonabdichtung verwechselt werden
Für die meisten Außenbereiche ist wasserdurchlässiger Kunstrasen die praktischere Wahl. Er kann Regenwasser durchlassen und erleichtert die Reinigung.
Auf Dachterrassen oder Balkonen über Wohnräumen übernimmt der Kunstrasen jedoch niemals die Funktion der baulichen Abdichtung. Die Abdichtung muss unabhängig vom Bodenbelag fachgerecht vorhanden und intakt sein. Ein wasserdichter Rasenteppich ist kein Ersatz für eine geprüfte Dach- oder Balkonabdichtung.
Ein geschlossener Belag kann beispielsweise auf einer bereits vollständig abgedichteten Fläche eingesetzt werden, wenn das Wasser kontrolliert über seine Oberfläche ablaufen soll. Dafür müssen Gefälle, Ränder und Abläufe genau aufeinander abgestimmt sein. In der Praxis sollte ein solcher Aufbau im Zweifel fachlich geprüft werden.
Woran erkennen Sie wasserdurchlässigen Kunstrasen?
Die Drainageleistung lässt sich nicht allein anhand der Oberseite beurteilen. Drehen Sie ein Musterstück um oder prüfen Sie die Produktbilder der Rückseite.
Achten Sie auf:
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gleichmäßig verteilte Drainageöffnungen
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eine Herstellerangabe zur Wasserdurchlässigkeit
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eine Rückseite für Außenanwendungen
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Hinweise zur empfohlenen Verlegung
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Angaben zu erforderlichen Drainagematten
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eine klare Eignung für Garten, Balkon oder Terrasse
Eine hohe Angabe in Litern pro Quadratmeter und Minute beschreibt nur, wie viel Wasser durch den Kunstrasen selbst gelangen kann. Sie sagt nicht aus, wie schnell der vorhandene Balkonboden, die Terrasse oder der Gartenuntergrund diese Menge anschließend ableitet.
Betrachten Sie deshalb immer das vollständige System:
Kunstrasen + Unterlage + Untergrund + Gefälle + Ablauf.
Nur wenn diese Bestandteile zusammenpassen, funktioniert die Entwässerung zuverlässig.
Kunstrasen ist in den meisten Fällen wasserdurchlässig
Hochwertiger Kunstrasen für den Außenbereich ist in der Regel wasserdurchlässig und leitet Regenwasser durch Öffnungen im Trägermaterial ab. Damit dies im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse zuverlässig funktioniert, müssen auch Untergrund, Gefälle und Abläufe passend vorbereitet sein. Ein durchlässiger Kunstrasen allein kann einen ungeeigneten oder blockierten Untergrund nicht ausgleichen.
Achten Sie beim Kauf deshalb auf konkrete Angaben zur Drainage, eine witterungsbeständige Rückseite und die Eignung für Ihren gewünschten Einsatzbereich.